Die 3 Sätze, mit denen du jedes Preisgespräch ruiniert
Es gibt drei Sätze, die ich aus jedem Preisgespräch streichen würde. Du kennst sie alle. Wahrscheinlich hast du sie selbst gesagt. Hier kommen sie — und was du stattdessen sagst.
Satz 1: „Ich kann auch günstiger…"
Du nennst deinen Preis. Der Kunde zieht die Augenbraue hoch. Pause. Dann sagst du: „…aber wir können sicher etwas finden, was in dein Budget passt."
Glückwunsch. Du hast gerade dein eigenes Angebot entwertet. Du hast dem Kunden gesagt: Der Preis war Verhandlungsmasse, nicht der echte Wert. Beim nächsten Kunden weißt du, dass du dir das nicht mehr glauben kannst.
Stattdessen: Schweige nach dem Preis. Drei Sekunden. Dann frag: „Wie passt das zu deinem Budget?" Du lädst den Kunden ein, zu reden — ohne deinen Preis anzutasten.
Satz 2: „Es kommt darauf an…"
Der Kunde fragt: „Was kostet so ein Logo?" Du antwortest: „Das kommt drauf an — Recherche, Komplexität, Iterationen, Anwendungen, also je nachdem zwischen 800 € und 3.500 €."
Der Kunde hört: 800 €. Punkt. Der Rest ist Rauschen. Du hast dir gerade selbst die niedrigste Zahl an die Stirn getackert.
Stattdessen: Antworte mit dem typischen Mittelwert plus einem Anker nach oben: „Meine durchschnittliche Logo-Entwicklung kostet 2.400 €. Komplexere Projekte mit erweiterten Anwendungen liegen bei 3.500 € bis 4.500 €." Der Kunde hat jetzt 2.400 als Realität und 4.500 als Premium-Option im Kopf. Nicht 800.
Satz 3: „Was wäre dein Budget?"
Dieser klingt nach Sales-Wissen — ist aber Falle. Wenn du diese Frage stellst, hast du zwei Probleme:
- Der Kunde nennt dir eine Zahl, die unter seinem echten Budget liegt — als Verhandlungs-Puffer.
- Du wirst automatisch unter dieser Zahl bleiben. Selbst wenn dein Projekt mehr wert ist.
Du hast dich gerade in die Lieferanten-Position gebracht: „Ich liefere, was du dir leisten kannst."
Stattdessen: Frag nach dem Problem, nicht nach dem Geld. „Wie groß ist der Schaden, wenn ihr das Problem nicht löst?" oder „Was würde euch eine Lösung in 6 Monaten wert sein?" Das verschiebt das Gespräch vom Budget hin zum Wert.
Warum diese drei Sätze hartnäckig sind
Alle drei kommen aus dem gleichen Reflex: Du willst dem Kunden helfen, sich wohl zu fühlen. Das ist menschlich — aber im Preisgespräch falsch. Im Preisgespräch geht es darum, einen Tausch zu definieren: dein Können gegen sein Geld. Wenn du den Tausch vor dir selbst kleiner machst, wird er auch kleiner.
Mein Tipp: Schreib dir die drei Sätze auf einen Zettel und kleb ihn neben dein Telefon. Bei jedem Preisgespräch checkst du, ob du einen davon gesagt hast. Nach drei Wochen wirst du sie nicht mehr brauchen.